Marmortransport - Teil II  Der beladene Zug

Im ersten Teil der Serie über den Marmortransport wurde bereits erläutert, dass Zugtrassen äußerst knapp sind und dass Marmorwagen wo immer möglich den regulär verkehrenden Zügen mitgegeben werden. In diesem Teil begleiten wir den RE 115, Abfahrt um 13.55 Uhr in Alpe Bianco auf seinem Weg nach Lacorno.

GDe 4/4 6004 ist in Santa Maggiore angelangt. Am Schluß laufen einige mit Marmorblöcken beladene Wagen.

Detailansicht auf einen mit Marmorblöcken beladenen Flachwagen. Im unterirdischen Marmorbruch in über 2.000 Metern Höhe werden die Blöcke mit diamantbesetzten Seilsägen aus dem Fels geschnitten und dann mit riesigen Radladern zur Materialseilbahn gebracht. Von dort geht es weiter zum Verladebahnhof unterhalb von Alpe Bianco. Per Zug geht es dann nach Lacorno zum am Ortsrand gelegenen Marmorwerk, wo die kostbare Fracht weiterverarbeitet wird. Die hohe Reinheit des Marmors rechtfertigt den aufwändigen Transport.

Durch den Herbstwald rollt der Regionalzug RE  115 zwischen Santa Maggiore und Vardesio, dessen Campanile im Bild gut erkennbar ist, talwärts. Im Bild sind die beiden für den Marmotransport eingesezen Wagentypen erkennbar: Modernere vierachsige Flachwagen (teilweise mit Rungen ausgestattet) und ältere Zweiachser.

Der Zug passiert auch das entgültige Ziel der Marmortransportwagen. Das Marmorwerk liegt zwischen Lacorno und Vardesio. Interessant ist dir Führung des Streckengleises direkt entlang Landstraße durch das Marmorwerk.

Währed der Regionalzug mit den beladenen Wagen auf Lacorno zustrebt, haben die beiden Rangiermitarbeiter sich mit Ihrer Faur bereits an Gleis 1 postiert. Der Flachwagen hat eine Abrollmulde mit Produktionsresten aus dem Marmorwerk geladen. Diese werden im Marmorbruch verkippt.

Der Regionalzug hat Lacorno Stazione auf Gleis 2 erreicht. Nachdem die Fahrgäste ausgestiegen sind, nimmt einer der beiden Rangierer auf der Bühne des letzten Wagens Platz.

Die am Schluß des Regionalzuges laufenden Marmorwagen werden weiteren auf Gleis 21 abgestellt (Gleisplan).

Während auf der einen Seite für das Marmorwerk bestimmte Wagen abgehängt werden, setzt die bislang in Gleis 1 wartende Faur an das andere Zugende und hängt den für die Bergfahrt bestimmten Wagen wieder an. Im oberen Bild sieht man, wie gefährlich die Arbeit der Rangierer beim Kuppeln ist.

Nun fährt zunächst die Faur nach Gleis 2 und zieht bis kurz vor Ende des Gelises vor. Danach folgt die GDE 4/4 6004 mit dem Regionalzug (Pendelzug) mit dem Flachwagen am neuen Zugende. Der Lokführer steuert die Komposition schon vom Steuerwagen aus, so dass der Rangierer ihn von der nun hinten laufenden Lok einweisen  muss. Die Faur hat übrigens so weit vorgezogen, damit der Rangiermitarbeiter direkt einsteigen und ins Depot zurückfahren kann.

 

Wie die Marmorblöcke nun ins Marmorwerk gelangen erfahrt ihr in Teil III.