Streckenverlauf

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Ein Regionalzug durchfährt die typische Landschaft am Lago Maggiore.

Die kleine Bahn führt von der fiktiven Hafenstadt Lacorno am Ufer des Lago Maggiore entlang, um kurz vor der italienischen Grenze in ein enges Seitental abzubiegen (die Ähnlichkeit mit dem real existierenden Centovalli und seiner reizvollen Bahn ist nicht ganz zufällig). 

Der Ausflugs- und Touristenverkehr bestimmt das Verkehrsaufkommen der kleinen Bahn. So wird ein Panoramazug auf der reizvollen Strecke eingesetzt. Die Fahrgäste genießen den Blick auf den See, ziehen vorbei an herrlichen Gärten voller blühender Gewächse, fahren durch den pittoresken Ort Vardesio und erleben dann den Kontrast im schroffen und steil zerklüfteten Seitental, dem Valle de Castagno. Zahlreiche Kastanienbäume prägen die karge Gegend und in den einfachen Rustici kann man eine einfache aber herzhafte Rast einlegen. Der Güterverkehr besteht vor allem aus Transporten für die marmorverarbeiteden Industrie, die sich am Seeufer niedergelassen hat. Der in den Bergen gewonnene Marmor wird als Block per Flachwagen nach Lacorno transportiert und dort im Werk zu Fliesen, Fensterbänken usw. verarbeitet. 

 

Die Bahn fädelt mittig aus dem Bahnhof Lacorno Stazione aus, steigt gleich an und überquert die Kantonsstraße. In Höhe des Einfahrtsignals passiert die Bahn einen letzten Bildhauereibetrieb. Hier werden in Handarbeitet kunstvolle Marmor-Statuen hergestellt. Einem Bildhauer kann man bei der Arbeit im Freien zusehen. Nun erreicht die Bahn den Ortsrand von Lacorno und das Trasse beschreibt einen Bogen. Am Berghang zur Linken befindet sich ein Weinberg, während sich die Straße der Bahn auf der rechten Seite nähert. Ein Wanderweg führt durch die Weinberge und weiter zu einer kleinen Kapelle. Unterhalb der Kapelle liegt die Anschlussweiche zum Marmorwerk. Hier herrscht relativ reger Güterverkehr. Das Gleis zum Werk überquert die Kantonsstraße und fällt leicht Richtung Seeufer ab. Der Anschluss selbst besteht aus einem Aufstellgleis, einem Ladegleis und einem Schutzgleis, dass auch nicht benötigte Wagen oder den Rangiertraktor aufnehmen kann. 

 

An dieser Stelle verlässt die Bahn die am Seeufer entlang führende Straße und verläuft in einem großen Bogen um das Marmorwerk herum. Die Kantonsstraße durchquert das Werk. Die beiden Werksteile sind mit einer Förderbrücke verbunden, damit die Fertigprodukte in das höher gelegene Lager transportiert werden können. 

 

Bleiben wir auf der Straße, so erreichen wir die Zufahrt zum Ort Vardesio. Zwischen Felswand und Ufer haben hier nur die Kantonsstraße und ein an den Hang gebautes Haus platz. der eigentliche Ort ist über eine schmale, steile Straße erreichbar und liegt hoch über dem See. Für die Bahn hat man extra einen Einschnitt gebaut, so dass das Dorf lediglich über eine alte Stahlbrücke erreichbar ist. Schwierige geologische Verhältnisse ließen den ursprünglich geplanten Tunnel scheitern. 

Vardesio selbst verfügt über eine schöne Kirche und eine kleine Piazza. Durch einen Torbogen führt das in die Berge führende Sträßchen aus dem Ort hinaus. 

 

Wenden wir uns wieder der Bahn zu: Diese hat den Einschnitt bei Vardesio passiert und strebt jetzt wieder auf das Ufer des Lago Maggiore zu. Hier trifft sie au die deutlich tiefer liegende Kantonsstraße. Bahn und Straße überqueren einen Bachlauf, der aus einem imposanten Wasserfall gespeist wird. Unterhalb der Straße - direkt am Seeufer - liegt ein nettes Wohnhaus, das mit Treppen und einem Aufzug an die Straße und das oberhalb liegende Parkdeck angebunden ist. Von der Bahn aus hat man jetzt einen herrlichen Blick auf den Lago Maggiore.

 

Doch schon bald biegt die Bahn nach links in Valle dei Castagno - das Kastaniental ab. Das Tessin ist geprägt von den unzähligen Esskastanien, die dem Tal seinen Namen gaben. Die Kantonsstraße folgt dagegen weiterhin dem Seeufer. Das Valle dei Castagno ist von einer kleinen Straße erschlossen, die zunächst dem Bachlauf folgt, dann die Bahn unterquert und zur Station Santa Maggiore ansteigt. Links oberhalb der bahn gibt es etwas Weideland und Kastanienwald. Dann überquert die Bahn auf einem aus Tessiner Granit gemauerten Viadukt einen kleinen Bachlauf sowie die Talstraße. Kurz vor die Einfahrt in die Station Santa Maggiore passiert die Bahn ein kleines Tessiner Gehöft. Oberhalb der Station befinden sich noch zwei weitere Gebäude. Eines dient einem Ziegenzüchter als Domizil. Das noch weiter oben gelegenen Haus ist ein reines Wohnhaus. Der Besitzer hat eine Materialseilbahn errichtet, die es ihm ermöglicht, seine Einkäufe und sonstigen Dinge vom Parkplatz neben dem Stationsgebäude bequem nach oben zu befördern. Eine Zufahrt für Fahrzeuge ist nicht möglich. 

 

Die Station Santa Maggiore besteht nur aus einer Weiche und einem kurzen Haltemöglichkeit für die Regionalzüge. Beim Bahnbau hat man so sparsam wie möglich geplant und das Stationsgebäude auf der anderen Seite der Talstraße angelegt. Als Bahnsteig dient die Fahrbahn. Heute ist im Stationsgebäude ein hervorragendes Tessiner Restaurant untergebracht, in dem man sowohl Esskastanien als auch leckeren Ziegenkäse und weitere Spezialitäten aus dem Tal serviert bekommt. Das zweite Gleis dient im Regelfall dem Bahndienst. Von Zeit zur Zeit wird hier auch Stammholz aus den Wäldern verladen. 

 

Direkt hinter der Station Santa Maggiore fährt die Bahn in einen Tunnel. Über eine Gleiswendel führt die Strecke in den fünfgleisigen Schattenbahnhof.